Verein: Grüne Twiete 86a,  25469 Halstenbek               Kirche: Hauptstraße, 25462 Rellingen in Schleswig Holstein

Jazz - Oratorium von Dave Brubeck in der Rellinger Kirche

Die vielen als Konzertkirche bekannte Barockkirche in Rellingen bei Pinneberg wartet im April mit einem besonderen musikalischen Leckerbissen auf. Das Oratorium: „The Light in the Wilderness “ für gemischten Chor, Bariton Solo und Orgel von Dave Brubeck wird am 13. April um 17.00 dort erklingen. Ausführende sind die Rellinger Kantorei, unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Wolfgang Zilcher, der Solo- Tenor Walter Reeves, sowie das Buggy Braune Trio aus Hamburg.

Der berühmte Jazzpianist Dave Brubeck komponierte das „Oratorio for today“ im Jahr 1967. Am 29. Februar 1968 wurde es in den USA unter der Leitung von Erich Kunzel uraufgeführt. Mehr als 3 700 Zuschauer in einem ausverkauften Saal, darunter Kritiker aus den gesamten Vereinigten Staaten, bejubelten das Oratorium enthusiastisch. Die Rellinger Kantorei war im Jahre 1995 der erste deutsche Chor, der sich an dieses Werk wagte. Damals, wie heute ist es eine besondere Herausforderung für den Kirchenchor, der sich aus Hobbymusikern zusammensetzt.

Dave Brubeck, der mit seinem Jazz-Standard im Fünfvierteltakt „ Take Five“ berühmt geworden ist setzt diesen Rhythmus auch in seinem Oratorium vielfach ein.Ausgewählte Bibeltexte, sowie Originaltexte von Brubeck und seiner Frau Iola werden hier vertont.

Dave Brubeck schreibt 1968: „“The light in the Wilderness“, beginnt mit dem Text der Versuchung Jesu, seiner Botschaft der Hoffnung an eine leidende Welt und der Zusammenfassung seiner Lehre im Gebot zur Nächstenliebe. Die Versuchung, die eigenen Kompromisse umzudeuten, um idealistische Ziele zu erreichen, ist das Thema des Gesprächs zwischen Jesus und dem Teufel in der Wüste. Im Chorpart habe ich sowohl dem raffinierten Verführer, als auch der am Anfang ertönenden Stimme vom Himmel, die gleiche Kraft gegeben; beide Parts stehen im 5/4tel Takt, einfach um hervorzuheben, dass in jedem von uns ( sogar in Jesus) das Tauziehen zwischen Gut und Böse niemals enden wird“.

Die in zeitgemäß-klassischem Vokalstil geschriebenen Teile wirken zunächst herb und fast unzugänglich, bis die eigenwillige musikalische Sprache Brubecks vertraut wird“, so Kirchenmusikdirektor Wolfgang Zilcher. "Trotz aller Modernität findet er zu den Wurzeln der alten Barockmeister und entdeckt für sich Formelemete, wie zum Beispiel das psalmodierende Solo-Tutti –Prinzip, inhaltlich übertragen auf die Meister- Schüler- Dialoge des Oratoriums. Faszinierend ist schließlich die Art, wie er Übergänge aus dieser klassischen Polyphonie in den Improvisierenden Jazz bruchlos anlegt. Sehr bemerkenswert und sympathisch finde ich die Art und Weise, wie Brubeck sein Werk 'freigibt'. Er lässt von der Besetzung bis zum Abauf den Interpreten viel freie Hand für eigene Ideen, ganz im Sinne einer Jazzwerkstatt“.

Weitere Informationen :
Kirchenmusikdirektor Wolfgang Zilcher : Tel. : 04101-606265,
e-mail: wolfzilcher@freenet.de

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